Markt Sulzberg

liebenswert – lebenswert – lohnenswert
Sulzberg im Allgäu

Thema der Woche

60 Kilo Sonnenschein

Der Wandel der bäuerlichen Gesellschaft in einem nord-isländischen Fjord
Der Waisenjunge Gestur, Kind ärmlicher Kleinbauern, lebt in einem fiktiven nordisländischen Fjord zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Menschen leben von dem, was ihre ärmlichen Höfe abwerfen. Die Verwegensten unter ihnen gehen im Spätherbst auf Haifang, um den wertvollen Tran zu erbeuten. Gestur wächst als Gemeindearmer zunächst bei einem Kaufmann und später beim besten Freund seines Vaters auf und erlebt den Einzug der Moderne in seinen beschaulichen Fjord. Eine norwegische Handelsgesellschaft nutzt den Hafen zunächst als Walfangstation und später für den reichlichen Heringsfang, den isländische Fischer naserümpfend als Viehfutter bezeichnen. Doch als die Norweger mehr und mehr Isländer anheuern und sogar regelmäßig mit Geld anstatt Tauschgeschäften bezahlen, bricht das Eis und die bäuerliche Gesellschaft beginnt sich zu wandeln. Das moderne Island erwacht. Große Fischfänger steuern den Hafen an, bringen Exotisches und Fremdes aus dem Umland und der weiten Welt. Mit den Waren kommen auch neue Werte, neue Moden und Gefühle ins kalte und tief verschneite Segulfjörður. Turbulent und mit unvergesslichen Figuren erzählt der isländische Kultautor Hallgrímur Helgason vom Weg Islands in die Moderne – mit schrägem Humor und zum Schmunzeln anregenden Episoden, von einer steifen, etwas verstockten Gesellschaft, die dabei aber nicht unfroh ist. Sie kennen es bloß nicht anders. Die modernen Sitten scheinen mit lautem Getöse in die verschneite Welt der einfachen Isländer zu brechen und man verfolgt die langsam aufkeimende Neugier auf ein neues Zeitalter anhand der großartigen Charaktere.
Ausgezeichnet mit dem Isländischen Literaturpreis für den besten Roman des Jahres

Ebenfalls neu in der Bücherei ist der 7. Band aus der Reihe “Die sieben Schwestern” von Lucinda Riley: Die verschwundene Schwester